Minen

In diesem Teil der Seite soll es um die so genannten APM - Anti-Personen-Minen gehen. Der Beitrag ist bewusst mit Sonderbeitrag überschrieben, da es immer wieder Diskussionen darüber gibt, ob es sich bei Minen um Waffen oder Munition handelt. Um eines vorweg zu schicken: Ich selbst bin strikter Gegner für den Einsatz solcher Mittel. Sie sind grausam und treffen immer wieder die Unschuldigen. Frauen und Kinder, Zivilisten und Hilfskräfte zählen ständig zu ihren Opfern. Das tückische an modernen Minen ist, dass sie kaum geortet werden können, weil gerade hier hauptsächlich Kunststoff als Hüllenmaterial Verwendung findet. Oft sind nur sehr geringe Mengen an Sprengstoff enthalten. Man will damit erreichen, dass der Gegner nicht getötet, sondern nur verletzt wird. Ein verletzter Soldat bindet mehr Kräfte, als dies ein Toter tut.

Warum sammle ich eigentlich Minen? Die Mittel verschwinden glücklicherweise immer mehr aus den Beständen der Armeen dieser Welt. Dafür ist vor allem den Organisationen zu danken, die die internationale Ächtung von Landminen vorangetrieben haben. Irgendwann sind vielleicht alle "legalen" Minen verschwunden. Was ist aber dann mit den unzähligen bereits gelegten Stücken? Was ist, wenn man auf Felder stößt mit dann unbekannten Arten? Was ist, wenn keiner mehr weiß, wie sie funktionieren und wirken? Zu diesem Zeitpunkt ist es sicher von unbezahlbaren Nutzen, wenn man auf inerte Stücke zurückgreifen kann, die sich sicher in der Hand von privaten Forschern (die ja Sammler nun einmal sind) befinden und die für keinen Menschen auch nur die geringste Gefahr bedeuten. Sollte durch ein Foto auf dieser Seite einem Minenräumer eine Information zugespielt werden können, die Ihm das Leben oder Gliedmaßen rettet, dann hat sich der ganze Aufwand schon mehr als gelohnt.

Ich kann hier nur einen kleinen Ausschnitt an dem zeigen, was es gibt. Von Vollständigkeit soll nicht die Rede sein. Der Sinn und Zweck an dieser Stelle ist es aber auch ehr, einen groben Überblick zu schaffen, über das was es gibt.

Ich möchte noch anmerken, dass hier nur Stücke aus Ländern des ehemaligen Ostblock gezeigt werden. Die USA/NATO verfügen teilweise über identische Stücke!

Typ: APM, Anti-Helikopter-Mine, Richtmine

Modell: MON 50, 90, 100, 200

Herkunft: UdSSR/Russland

 

Bei diesem Typ handelt es sich um eine Kopie der amerikanischen M18 Claymore Mine. Die Zahl hinter der Bezeichnung der Mine gibt die Reichweite wieder. Die MON 50 wirkt also 50m, die MON 200 200m. Letztere wird auch zur Abwehr tieffliegender Luftziele verwendet.

Die MON 50 ist mit 700g Sprengstoff vom Typ RDX bestückt. Diese verteilen an die 500 Stahlfragmente in einem Winkel von 54°. Im folgenden Bild sind sie, in rotes Harz eingegossen, deutlich zu sehen. Auf dieser Schicht mit Schrapnellen befindet sich normalerweise der Sprengstoff. Damit wird ein Gesamtgewicht von ca. 2 kg erreicht.

Die MON wird an ihren Standfüßen in den Boden gesteckt. Dabei dient Das Visier (übernächstes Bild) zum ausrichten. Solche Minen werden oft zur Sicherung bemannter Stellungen verwendet. Sie können nämlich auf drei Arten ausgelöst werden. Möglichkeit eins: Von Hand, mittels Kabelauslöser. Dazu werden Sprengkapseln benötigt, so wie es beim gezeigten Typ der Fall ist. Möglichkeit zwei: durch Stolperdraht. Möglichkeit drei: durch seismische Zünder, also Erschütterungszünder. Die beiden letzten ersparen das Personal in der Nähe der Mine.

Es gibt auch die Möglichkeit, die MON an speziellen Halterungen in nahezu jede Richtung auszurichten. Die Halterung wir in ein Gewinde am Boden der Mine eingeschraubt. In diesem Fall werden die Füße nicht benötigt.

 

Da relativ viel Metall verbaut wurde und die Mine nicht unterirdisch verlegt wird, ist sie relativ leicht zu orten. Auch eine Entschärfung ist bei Zündern vom Typ eins und zwei relativ leicht möglich (herausschrauben der Zünder, Stolperdraht kappen), immer vorausgesetzt, es werden keine besonderen Zünder verwendet, die auf diese Vorgehensweise ausgerichtet sind. Der Mensch entwickelt besonders perverse Fantasien, wenn es darum geht, sich gegenseitig zu schaden.

Typ: APM

Modell: PFM-1 (auch bekannt als PMZ)

Herkunft: UdSSR/Russland

 

Es handelt sich hierbei um die Übungsversion (Kennzeichnung ist das "y" im Flügel) der berühmt-berüchtigten Schmetterlingsmine. Sie enthält einen inerten Stoff an Stelle des Sprengstoffes. Von den russischen Streitkräften wurde sie überwiegend im Afghanistankrieg verwendet. Hier erhielt sie den Spitznamen "Green Parrot" engl. grüner Papagei.

Technisch gesehen handelt es sich um eine exakte Kopie der amerikanischen BLU-43/B "Dragontooth" (Drachenzahn), die vor allem in Vietnam zum Einsatz kam.

Die aus Weich-Polyäthylen hergestellte PFM-1 wurde zu Hunderten aus Flugzeugen (Kanistern) abgeworfen, über Artilleriegranaten oder Raketen verteilt. Durch die Flügel konnte eine breitere Streuung erreicht werden. Einer der Flügel ist mit 37g flüssigen Sprengstoff VS-6D oder VS-60D befüllt. In der Mitte der Mine befindet sich der Druckzünder MVDM/VGM-572, der bei einer Belastung auf den mit Sprengstoffgefüllten Körper von mehr als 5kg auslöst. Die Mine hat keine Splitterwirkung, ist als nicht tödlich eingestuft. Sie wiegt ca. 75g.

Da sie Spielzeugen ähneln erlangten sie traurige Berühmtheit als die so genannten Spielzeugminen.

Es gibt verschiedene Ausführungen. Die modernere Version PFM-1S verfügt über eine Selbstzerstörungseinrichtung, die nach 24 Stunden wirkt. Bei allen anderen Versionen kann man über die Wirkungsdauer nicht viel sagen. Nach unbestimmter Zeit verliert der Sprengstoff seine Wirkungsfähigkeit, während die Zünder aber funktionstüchtig bleiben.

Die verschiedenen Farben der Mine dienen als Tarnung auf unterschiedlichem Gelände. Sie können durch Metalldetektoren geortet, aber nicht entschärft werden. Eine Sprengung oder Zerstörung durch absichtliches Auslösen ist erforderlich.

Weitere Einsatzgebiete sind/waren: Vietnam, Armenien, Aserbaidschan, Irak, Russland und Somalia.

Typ: APM

Modell: PMN ("black-widow" = "schwarze Witwe"), in China Type 58 AP, in Myanmar MM 2

Herkunft: UdSSR/Russland

 

Die PMN, der Vorgänger der PMN-2, ist eine auf Druck basierende Mine. Ihr Körper besteht aus Bakelit, einer braunen Kunststoffart. Gefüllt ist sie mit ca. 240g TNT. Die Bilder zeigen die Ober- und Unterseite im gesicherten Zustand.

Der Zünder ist, wie auch bei der PMN-2, ein MD-9.

Die Mine ist mit einem Metalldetektor relativ leicht zu finden. Eine Entschärfung soll durch Herausschrauben der Zündladung möglich sein, wobei gerade die chinesische Variante bei dieser Vorgehensweise zur Auslösung neigt.

 

Zur Funktionsweise der Mine ist folgendes zu sagen: Die auf obigen Bild zu sehende Schraube wird entfernt und der Zünder eingesetzt. Anschließend wird die Mine verlegt. Danach wird der Sicherungsstift auf der rechten Seite gezogen.

Unter der Kappe befindet sich der Schärfungsverzögerungsmechanismus, der aus einem Bleidraht besteht, der den Schlagbolzen, der unter Federspannung steht, noch eine gewisse Zeit zurückhält. Nachdem dieser durchgeschert ist, ist die PMN scharf.

Wirkt nun ein Druck von mehr als 5kg auf das mit Bakelit verstärke Gummioberteil, wir der Auslöser nach unten gedrückt und gibt den Schlagbolzen frei, der daraufhin den Zünder auslöst.

Eingesetzt wurde die PMN hauptsächlich in Afghanistan, Angola, Aserbaidschan, Kambodscha, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Georgia, Honduras, Irak, Kurdistan, Laos, Libanon, Libyen, Mozambique, Namibia, Nicaragua, Ruanda, Somalia, Sudan, Tadschikistan, Vietnam und Jemen. Angeblich soll sie teilweise auch an der Innerdeutschen Grenze verlegt worden sein.

Typ: APM

Modell: PMN-2

Herkunft: UdSSR/Russland

 

Leider kann ich in diesem Fall nicht all zu viel zur Wirkungsweise der Mine sagen. Ich vermute, dass der Stift, der seitlich hervorsteht dazu dient, die Mine scharf zu machen (Schärfungsverzögerungsmechanismus). Oft lösen solche Einrichtungen einen Mechanismus aus, der einen zeitlichen Vorsprung von ein paar Minuten gibt, bis die APM dann entgültig scharf ist. Das schwarze Kreuz oben ist aus Gummi. Unter dem Kreis befindet sich eine Platte aus Bakelit, die bei Belastung etwa durch einen Fuß auf eine weitere drückt, unter der sich dann ein Bolzen befindet, der den Zündmechanismus (Zünder vom Typ MD-9) aktiviert. (unteres Bild, genau in der Mitte). Auf dem unteren Bild ist auf der Position 11 bis 4 Uhr der Raum zu erkennen, in dem sich normalerweise der Sprengstoff, ca. 100g RDX, befindet.

 

Hauptsächlich wurde sie eingesetzt in: Afghanistan, Angola, Aserbaidschan, Kambodscha, Eritrea, Äthiopien, Georgien, Honduras, Libanon, Mozambique, Nicaragua, Tadschikistan, Thailand und Irak.

Typ: APM

Modell: PP-Mi-Na-1

Herkunft: CSSR

 

Diese Mine wiegt im verlegbereiten Zustand ca. 175g. Das hier gezeigte Stück stammt aus dem Jahr 1990. Das Material ist ein sehr elastischer, gummiartiger Kunststoff. Da so gut wie kein Metall verarbeitet ist, dürft die sie nur sehr schwer zu Orten sein. Sofern der Zünder einzig nur auf Druck reagiert, dürfte es allerdings möglich sein, die Mine zu sichern.

Das obere Bild zeigt die Mine im "gesicherten" Zustand. Das heißt, der Auslösemechanismus ist mittels Riegel versperrt.

Sobald die PP-Mi-Na-1 verlegt ist, wird der Riegel um 90° gedreht. Damit ist sie aber noch nicht scharf. Die unter dem Riegel liegende braune Scheibe wird noch von einem Gummisaugnapf gehalten. Erst wenn dieser die Platte freigibt, kann die unter Federspannung stehende Sicherung deaktiviert werden. Dies kann einige Minuten dauern. Genug Zeit für den Pionier, den Gefahrenbereich zu verlassen.

Wirkt nun ein Druck von mehr als 5kg auf die Ober- oder Unterseite, wird der Deckel eingedrückt und der Zylinder in dessen Mitte löst den Zünder und damit die Sprengladung aus.

Der Kreis auf der Ober- und Unterseite mit den vier quadratisch angeordneten Löchern ist auch in den Farben rot und gelb bekannt.

Links zu Seiten, die sich ebenfalls mit diesem Thema befassen und weitere Informationen enthalten:

 

http://www.nolandmines.com/

  

http://www.mineactionstandards.org

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Land_mine

 

 

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