Frühe entwicklungen im Bereich von Patronenmunition

Nachfolgrnd werden die ersten "Gehversuche" in Sachen Patronenmunition mit Metallhülse gezeigt. Manches hat sich durchgesetzt, andere Entwicklungen dienten dazu, Patente zu umgehen...

 

- .36 Thuer Conversion Erfinder war F. Alexander Thuer. Die Patronen wurden am 15.09.1868 patentiert und im Colt Revolver Mod. 1850 (Thuer-Conversion) verwendet.

 

- .30 Eagle Cupfire Erfinder waren Willard Ellis und John White. Die Patronen wurden am 12.07.1859 patentiert und in Revolvern verwendet. Die Zündung ist in einer Mulde im Boden der Patrone untergebracht. Die Hülsen haben keinen Rand. Am vorderen Ende geht die Hülse etwas auseinander (trichterförmig). Geladen wurde die Patrone von vorne in die Trommel.

 

- .28 Eagle Cupfire

 

- .32 Teatfire mit flacher Zitze. Erfinder war David Williamson. Die Patronen wurden am 05.01.1864 in New York patentiert. Verwendet wurden sie in Revolvern. Diese Patronen sind im Aufbau sehr ähnlich wie die Cup-Fire. Lediglich in der Zündung unterscheiden sie sich. Hier schlägt der Hammer auf die Zitze. Bei der Ausführung im Kaliber .32 sind Typen mit flacher Zitze und solche mir runder bekannt. Die Flache Variante hat sich nicht durchsetzen können, da die Zündung genau in den Spalt am hinteren Ende der Trommel "eingefädelt" werden musste.

 

- .32 Teatfire mit flacher Zitze

 

- .44 Colt mit Martin-Zündung

 

- 10,75x58 R Russisch Berdan

 

- .45-70 Government Platzpatrone mit Benét-Zündung

 

- 12,7mm Remington Vatikan, Papal, Pontifical, die Patrone der Papsttruppen im Vaktikankrieg, von 1868, mit Bachmannzündung (Bachmann Brüssel)

 

- 9 (9,5) mm Perrin Dickrandpatrone. Diese Patrone soll unter anderem aus dem Papst-Revolver verschossen worden sein.

.50 Remington Army Pistol mit Benét-Zündung. Colonel Silvester V. Benét, Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung bei Frankford Arsenal. Die Patronen wurden hauptsächlich zwischen 1866 und 1868 entwickelt. Markant für diese Zündart ist die Einschnürung über dem Boden. Dieser enthält einen Amboss in Form eines Napfes aus verzinntem Eisenblech (später Kupfer) mit zwei Zündlöchern. Dieses System wurde bei vielen Kalibern angewendet. Das wohl berühmteste ist .45-70.

 

- .50-70 Government mit Benét-Zündung

 

- .50-70 Government mit Bar-Zündung

 

- .50 Gallager

 

- .50-50 Maynard Erfinder war der Zahnarzt Dr. Edward Maynard. Die Patrone wurde am 11.01.1859 patentiert. Auf den Messingnapf wurde eine übergroße Scheibe aufgelötet, die ein zentrales Zündloch besitzt. Dadurch wird ein hoher Grad an Dichte erreicht.

 

- .54 Burnside Erfinder war der Büchsenmacher Ambrose E. Burnside. Die Patrone wurde am 25.03.1856 patentiert. Markant an dieser Patrone ist die Wulst unterhalb des Geschosses. Sie enthält ein Schmiermittel und dient zur Abdichtung zum Verschlussstück. Bei dem hier gezeigten Stück handelt es sich um eine von George P. Forster verbesserte Version, welche am 10.04.1860 patentiert wurde.

 

- .56 Billinghurst Requa Gun Erfinder waren William Billinghurst und Josephus Requa. Die Patrone wurde am 16.09.1862 patentiert. Sie wurde für das 21-Läufige Billinghurst-Requa-Salvengewehr gebaut. Markantestes Zeichen dieser Patrone ist der Runde Boden. Die Hülse ist aus zwei Teilen - dem Hülsenrohr und dem Bodenstück - zusammengelötet.

 

- .56 Geschoss aus dem amerikanischen Bürgerkrieg

 

- .58 Needham Revolving Rifle

 

- .25 Lipfire. Erfinder war Ethan Allen. Die Patrone wurde am 25.09.1860 patentiert. Um die Patente von Smith & Wesson und Flobert für Randfeuerpatronen zu umgehen konstruierte Allen diese Zündart, bei der der "Rand" auf einen kleinen lippenförmigen Hohlraum im Hülsenboden beschränkt wurde. Offiziell wurde die Patrone entwickelt, um Zündsatzkosten einzusparen. Verschossen wurde die Munition hauptsächlich aus Revolvern von Allen&Wheelock und Whitney.

 

- 8mm Spazierstock, Schrotpatrone, Zündungsart unbekannt, vermutlich eine Form der Blasenzündung

 

- 7,65 Pickert, Bodenstempel erhaben: .G.F.L. C30 – 7,65

9mm Stiftfeuer

 

- .32 Papierpatrone (unbekannt)

 

- .36 Papierpatrone für Revolver. Durch das Band wird die Papierhülle geöffnet. Darunter liegt eine Patrone, die in Tierhaut gewickelt ist. Diese wird in die Revolvertrommel geladen

 

- .38 Papierpatrone von ELEY LONDON

 

- 11,5 mm Papierpatrone (unbekannt)

 

- Geschoss mit Papierführung im Kaliber 7,5mm

 

Quelle: Manfred R. Rosenberger - Katrin Hanné: Vom Pulverhorn zum Raketengeschoss